Kontakt Projektbüro Meiningen

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Ilse Heimrich
 

wurde 1924 in der Nähe von Wismar als drittes Kind
einer Bauernfamilie geboren. Ihr Mutter starb, als sie
sechs Jahre alt war. Mit der zweiten Frau ihres Vaters
kam Ilse nicht klar. In jungen Jahren musste sie bereits
bei der Feldarbeit helfen, Geld für eine Ausbildung war
nur für ihren Bruder da.

Nach dem Abschluss der Schule 1939 wurde sie verpflichtet,
bei einem fremden Bauern zu arbeiten. Sie lief immer wieder
weg und wurde von der Polizei aufgegriffen und als „arbeitsscheu“ klassifiziert. 1943 kam Ilse ins Arbeitshaus im
Schloss Güstrow und musste wieder Feld- und Gartenarbeit leisten.

Im August 1944 wurde sie in das KL Ravensbrück überstell
wo sie schwerste Arbeit unter unmenschlichen Bedingungen
verrichten musste. Anfang 1945 erkrankte sie schwer, nach
dem ein SS-Mann Ilse mit einem Eimer übergoss und sie viele
Stunden im Schnee stehen ließ. Sie kam ins Krankenrevier.
Eine Häftlingskrankenschwester half ihr, als das Lager bereits
zum größten Teil verlassen und befreit war, aus dem verdreckten Krankenrevier und brachte sie in einer ehemaligen SS-Villa
zu erholen.

Nach ihrer Genesung wollte sie nach Hause zurückkehren,
ihre Stiefmutter lehnte jedoch ihre Aufnahme ab. Im September
1847 brachte Ilse Heinrich eine Tochter zur Welt, die ihr das Landesjugendamt Wismar wegnahm, ihr Vater holte das Kind ab
und gab es zur Adoption frei – ein Kapitel in ihrem Leben, das
sie bis heute noch nicht verwunden hat.
1950 ging Ilse mit ihrer zweiten Tochter nach Westberlin,
lernte dort ihren Mann kennen, und bekam noch zwei weitere
Kinder.

Ilse Heinrich engagiert sich als Zeitzeugin in der Gedenkstätte
Ravensbrück zumeist gemeinsam mit ihrer Freundin
Charlotte Kroll und steht interessierten Gruppen zu
Seit mehreren Jahrzehnten lebt Frau Kroll nun in Berlin,
ist aktive Zeitzeugin und führt viele Gespräche mit Schülern
und Jugendlichen sowohl in der Gedenkstätte Ravensbrück
als auch an anderen Orten.